Radfahren ohne Arm oder Bein !!! Sie glauben unmöglich ?

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Nichts ist unmöglich , will uns ein Werbespruch suggerieren , in gewissem Sinne trifft dieser Spruch besonders auf den Behindertensport zu , wenn man die Leistungsexplosion und damit auch die Entwicklung der Prothesen in den letzten Jahren betrachtet . Für fast jede Sportart wurden in den letzten Jahren spezielle Sportprothesen entwickelt ohne die diese Leistungssteigerungen und die damit verbundenen Topleistungen nicht möglich wären so z.B. der doppel Unterschenkelamputierte Amerikaner der die 100 Meter unter
11 Sekunden sprintete oder bei den Bahnrad Wettbewerben in Atlanta fuhr der Unterschenkelamputierte Paralympics Sieger das 1000 Meter Zeitfahren mit einer Durchschnitts Geschwindigkeit von über 50 Km/h,
beide erzielten mit diesen Leistungen neue phantastische Weltrekorde.
Diese Weltrekorde wurden mit sportspezifischen Prothesen, die ganz speziell für die jeweilige Sportart entwickelt wurden, erzielt . Diese Prothesen wiegen ungefähr nur noch ein drittel einer herkömmlichen Gehprothese sind aerodynamisch gestylt und trotzdem sehr stabil. Im Behinderten Leistungssport ist es nicht anders als im " normalen " Rennsport wo ohne Hightech Material kein Sportler eine Chance hat, in der Weltspitze mitzuhalten . Im Behinderten Radsport sind die Hightech- Prothesen vielleicht ein noch wichtigerer Faktor im Kampf um Hundertstel Sekunden ,gegenüber dem "normalen " Rennsport, wo es "nur" ums beste Radmaterial geht.
Bei den Körperbehinderten Radsportler gibt es vier Leistungsklassen von LC 1 bis LC 4 in die der Sportler nach seinem Handycap einklassifiziert wird.
In der Leistungsklasse 1 starten z.B. Sportler mit Sprungelenkversteifung, Armgelenkversteifung, Vorfußamputierte, Poliolähmungen und einseitig Armamputierte zusammen in einer Klasse.
In der Leistungsklasse 2 starten einseitig Unterschenkelamputierte mit Prothese und Sportler mit diagonalen Arm und Beinbehinderungen.
Die Einbeinfahrer ( Oberschenkelamputierte ) sind in die Leistungsklasse 3 klassifiziert ebenso wie die doppel Unterschenkelamputierte die natürlich mit Prothese fahren dürfen.
In der Leistungsklasse 4 starten z.B. diagonal Bein und Arm Amputierte, doppel Oberschenkelamputierte mit einer oder zwei Prothesen, steife Hüftgelenke oder doppel Unterschenkelamputierte mir nur einer Prothese.
In dieser Klasse stellt der Deutsche Behinderten Sportverband mit Kurt Unger den Weltmeister , der Oberschenkel und Armamputiert ist , er fuhr im Einzelzeitfahren über 20km einen Schnitt von über 36 km/h.

Bei den letztjährigen Deutschen Meisterschaften , die in Serrig vom RV " Frei Weg " Serrig hervorragend ausgerichtet wurden , zeigten die Rennfahrer, zu welchen Leistungen Sportler mit Handycap in der Lage sind .
In den Leistungsklassen LC1 und LC2 wurden im Einzelzeitfahren über 32,5 km phantastische Zeiten, mit einem Stundenmittel, von über 43km/h gefahren , mit diesen Leistungen können sich die Handycapler mit
C-Amateur-Rennfahrern messen.
Bei den Körperbehinderten werden Radrennen auf der Straße und auf der Bahn ausgetragen,
auf der Bahn gibt es den Sprint über 200 Meter , das 1000 Meter Zeitfahren und die 4000 Meter Einzelverfolgung .
Im Straßenrennsport werden Wettbewerbe im Einzelzeitfahren und im Straßenrennen ausgetragen , die Streckenlängen liegen bei 70km bis 120km.
Es gibt viele Möglichkeiten an Rennen teilzunehmen, auf nationaler Ebene z.B. die Deutschen Meisterschaften (Bahn u. Straße ) international werden Europa-Cups z. B. in Frankreich ,Österreich, Tchechien, der Schweiz sowie Europameisterschaften , Weltmeisterschaften und Paralympische Spiele ausgetragen um nur einige Highlights aufzuzählen.

Interessierte Sportler oder Vereine können weitere Informationen vom der Vorstand der Abteilung Radsport erhalten.

Gottfried Müller
Aktivensprechen der Nationalmannschaft und Rheinland-Pfälzischer Fachwart im Behinderten Sportverband.

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