Radsport für Rollis !!! Mit Armkraft in die Pedale treten ?

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Wer kann sich heute noch einen Volkslauf oder Marathonlauf ohne Rollstuhlfahrer vorstellen, sie haben sich in den letzten Jahren, nicht zuletzt durch ihre phantastischen Leistungen, zurecht etabliert.
Was haben nun die Rollstuhlfahrer mit dem Radsport zu tun.
Vor einigen Jahren schwappte wiedermal ,aus den USA, eine neue Sportart zu uns mit dem Namen
"Handy-Biken" für Rollis. Mit nur wenigen Handgriffen kann man einen normalen Rollstuhl zu einem Sportgerät umbauen ,der dann weiterhin mit Armkraft angetrieben wird ,jedoch nicht wie gewohnt über die großen Räder sondern über Pedale und einem zusätzlichen Rad wird dem Rollstuhl sozusagen eine Zugmaschine vorgespannt. Mit Hilfe dieses Anbauteiles wird der Rollstuhl wie ein Fahrrad über eine Kette angetrieben ebenso sind Schaltung und Bremsen wie an einem normalen Fahrrad vorhanden.
Seit 1995 sind die Handy-Biker mit in die Abteilung des Deutschen Behinderten Sportverband "Radsport" eingegliedert. Die erste Deutsche Meisterschaft fand zusammen mit allen Radsport Disziplinen 1996 in Serrig statt ,es wurden die Titel im Einzelzeitfahren und im Straßenrennen ausgetragen. Viele Rollstuhlsportler starten bisher in beiden Sportarten sowohl in Rollstuhlrennen wie im Handy-Biken. Es wird sich hier wie in anderen Sportarten auch der spezialisierte Handy-Biker durchsetzen, die im Einzelzeitfahren einem Schnitt von über
30 Km/h erreichen. Prominente Handy-Biker sind Wolfgang Schäuble und Christian Maier der vor einigen Jahren noch als eines der größten Talente im Deutschen Radsport zählte und der seit einen Sturz beim
Giro d'Italia für Amateure Querschnittsgelähmt ist. In den ersten Jahren probierte er mehrere Sportarten wie
Bogenschießen, Basketball, Fechten und Rollstuhlrennen aus bis er dann beim Handy-Biken hängen blieb,
was seiner früheren Leidenschaft am nächsten lag.
Im Straßenrennsport werden Wettbewerbe im Einzelzeitfahren und im Straßenrennen ausgetragen , die Streckenlängen liegen bei 5km bis 20km im Einzelzeitfahren und 20km bis 50km im Straßenrennen.
Es gibt immer mehr Möglichkeiten an Rennen teilzunehmen, auf nationaler Ebene z.B. die Deutschen Meisterschaften und bei verschiedenen Landesmeisterschaften. International laufen Bestrebungen die Handy-Biker mit in den Internationalen Radsport Kalender aufzunehmen so das sie vielleicht schon bei den nächsten Europameisterschaften ,Weltmeisterschaften und auch den Paralympics teilnehmen können.

Gottfried Müller
Aktivensprechen der Nationalmannschaft und Rheinland-Pfälzischer Fachwart im Behinderten Sportverband.

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